besser in Panama:
ein angenehmeres Zusammenleben der Menschen, kleinere Fehlpässe werden überhaupt nicht beachtet oder einfach pardoniert, ... es gibt hier nicht das klassische Denunziantentum und die Leute, die es den anderen hobbymäßig gerne schwermachen.
Völlig undenkbar z.B. der Rentner oder Nachbar, der es sich zum Lebenszweck gemacht hat, Falschparker aufzuschreiben.
Weniger Neid, obwohl die Besitzverhältnisse viel ungleicher verteilt sind, und aufgrund der immensen Schere Arm-Reich viel mehr Grund dafür vorliegen würde. Aber hier wird eben akzeptiert, - der ist nun mal reich (weil Beziehungen, weil gute Familie, weil guten Job, ... und der ist es eben nicht, weil Pech, weil nix gelernt, weil im falschen Viertel geboren, weil nie eine Chance gehabt ... etc)
Weniger Panikmache und (wie in Deutschland - im Prinzip unbegründete) Zukunftsangst.
In Deutschland könnte einem auf die Nerven gehen, daß wegen jedem Dreck nach dem Staat geschrien wird - jeder Kindergarten, jeder Zebrastreifen, ... schließt eine Fabrik und zieht nach Rumänien, soll der Staat das verhindern ... und Kindergeld, Arbeitslosengeld, Altersgeld, Pflegegeld, Überbrückungsgeld, Schwangergeld, Sozialgeld, Ohne-Ende-Geld soll sowieso vom Himmel regnen.
Und der Staat darf auf der anderen Seite natürlich auch nix kosten.
Wie das gehen soll, weiß ich nicht, bin kein Volkswirt oder Sozialökonom, aber wenn der Staat sich in jeden Kilometer Autobahn und jede ICE-Garnitur einmischen soll, geht das nun mal nicht ohne massive Schulden ab.
In Panama, - wie natürlich in ganz Lateinamerika und bereits auch Südeuropa, wird der Staat mehr als etwas Abstraktes, Ethisch-Theoretisches verstanden, weniger als ein Dachverein für Lebenshilfe und Ordnungswahrung. Er ist halt einfach da, aber man will von ihm möglichst wenig hören.
Erwartet wird hier so gut wie nix vom Staat, denn das liegt in der Mentalität der Staatsdiener - vom Präsidenten bis runter zum kleinsten Schreiber in einem Amt.
Es darf nicht vergessen werden, daß ein Staatsdiener hier nicht dem Staat als solchem dient, sondern dem Mann, der ihn in das Amt gehievt hat. Er bleibt also sein Leben lang dem Protegé verpflichtet.
Das ganze macht das bürgerliche Leben auf lange Sicht einfacher. Man bekommt hier vieles mit einem gewissen Bakschisch gebacken, und die Sache ist vom Tisch. Wie das funktioniert, schnallt man aber nicht in 3 Wochen, sondern das braucht sehr viel Erfahrung. Natürlich kriegt man für 10$ unterm Tisch nicht auf dem kleinen Dienstweg gleich in 5 Minuten eine Aufenthaltserlaubnis und dergleichen erstrebenswerte Dinge, aber im Grunde kriegt man entnervende Dinge unbürokratisch gesettled, wenn der normale Weg zu lange dauert, einem zu blöd ist, oder nicht mehr gangbar scheint.
Leute muß halt kennen ... ich war jahrelang überhaupt auf keinem Amt mehr und habe es auch nicht vor, nochmal eines von innen zu sehen ... ich rufe nur noch meine Amigos an, lasse ihnen eine kleine "nützliche Abgabe" zukommen, und dann läuft das.
Hört sich schlimm an, ist aber ein Super-System, wenn man's erstmal geschnallt hat. Ich möchte es nicht missen.
Ich werde nach Beendigung meines Arbeitslebens hier wieder nach Deutschland gehen. Und in diesem Punkt sehe ich mich dort möglicherweise Problemen gegenüber stehen, weil ich das "normale" System nicht mehr gewohnt bin.
Man stelle sich vor, ich überfahre in Deutschland bei Rot eine Ampel. Was soll ich dem Schutzmann denn sagen oder geben? 500 Euro?
Oder soll ich seinen Vorgesetzten anrufen, ihn zum Essen einladen und ihm eine rauschende Nacht im Bordell bezahlen?
Dann krieg ich ja zusätzlich gleich noch wegen Bestechung ein Vefahren
Soll allerdings nicht heißen, daß Panama Wildwest ist. Vorsicht also. Falsch angepackt kannst Du hier mit sowas auch rasch die Arschkarte gezogen haben.
Besser hier:
Die Frauen, die wir auch nicht vergessen und ehren und lieben wollen, solange wir können
naja, was ist in DE besser?
Kommt völlig drauf an, wie Du materiell stehst. In DE brauchst Du Kohle, und wenn Du die hast, ist das super dort.
Arm sein in DE?
Nein, bedankt, arm bin ich lieber in Panama, wenn überhaupt.
Du mußt in DE auf dem Land leben, in good Neighborhood, am besten als reicher Rentner, also nicht mehr von einem unsicheren Job abhängig sein, dann ist das schon in Ordnung dort.
Besser dort das Klima.
Mich haben 30 Jahre Panama gesundheitlich ruiniert, obwohl ich nie gesoffen habe oder schwer geraucht oder sonst was Schädliches getrieben. Ewig feucht, heiß, drückend, dauernd am ölen, alles klebt am Leib, man mag eigentlich keinen Schritt zuviel machen. An Sport gar nicht zu denken. Folge: dicker Bauch und Haltungsschaden auch noch zu allem Überfluß.
Dann in DE die kulturellen Angebote und das intellektuelle Klima. Da werde ich die letzten Jahre meines Lebens sehr viel nachzuholen haben. Palmenstrände und Sonnenuntergänge hab ich nämlich mehr als genug gesehen in meinem Leben. Dieser so ziemlich einzige ansrpuchsvolle ästhetische Reiz ist gottlob bald Vergangenheit. Möchte mal wieder Schneefall sehen in Oberbayern und eine Sturmflut auf Norderney
kurz: Das Leben in Panama ist eindeutig leichter und anspruchsloser.
In DE ist es eine weit größere Herausforderung, der ich mich aber auf die alten Tage noch stellen möchte. Ich habe enorm viel Sachen noch auf dem Zettel.
Aber so gesehen müßte ich ja eigentlich in einem Forum schreiben, wo Einwanderungswillige nach Deutschland posten und nicht umgekehrt